In den vergangenen Tagen konnte man wieder einmal staunen, was in Brüssel an Beschlüssen bzgl. Gesundheit auf den Weg gebracht wurde. Damit keine gefälschten oder minderwertigen verschreibungspflichtigen Tierarzneimittel in Umlauf kommen, soll der Versandhandel damit verboten werden. Diese Befürchtung hat unsere schwarz-rote Regierung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln für den Menschen scheinbar nicht. Im Gegenteil: Der Großhandel darf deutschen Apotheken beim Einkauf maximal 3 % Rabatt gewähren. An ihre Kunden darf die Apotheke vor Ort sowieso keinen Rabatt weitergeben. Der ausländische Versandhandel erhält beim Einkauf erhebliche Rabatte. Zusätzlich gehören auch Boni an seine Kunden zu seinem Geschäftsmodell, welches nur durch diese Ungleichbehandlung erfolgreich ist.

Gesundheitsminister Jens Spahn will an diesem unlauteren Wettbewerbsvorteil für DocMorris und Co nichts ändern. Mit deren Vorstandsmitglied Max Müller betrieb Jens Spahn jahrelang anderweitig lukrative Geschäfte; dies hat ein gewisses Geschmäckle nach Vetternwirtschaft.

Beim Handel mit Büchern hat die Regierung übrigens gerade beschlossen, keinen Preisunterschied zwischen Buchladen und Versandhandel zuzulassen. Die Qualität und Vielfalt soll erhalten bleiben. Scheinbar ist der Politik die Qualität von Büchern wichtiger als von Arzneimitteln! Und so schließt in Deutschland alle 38 Stunden eine Apotheke; für immer.